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Die
Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
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Abschied vom Chronisten Günter Scharf |
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Günter Scharf legte auf der Jahreshauptversammlung am Pfingstsamstag in Arolsen sein Amt als Chronist der Interessengemeinschaft der Langstreckstreckenläufer nieder. „Ich habe dieses Amt vom Vorstand bzw. von der Mitgliederversammlung erhalten, nun gebe ich es dahin zurück, woher ich es bekommen habe“, so der 80-jährige in seinen kurzen Worten. Eine Würdigung seiner Arbeit und einen Nachfolger gab es leider nicht. Gleichzeitig wurde, er für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Man darf nicht vergessen, dass Scharf nach mehrjähriger „Auszeit“ Anfang der siebziger Jahre schon einmal fünf Jahre Mitglied in der damaligen IGÄL war. Aus dem bewegten Leben des Remscheider Urgesteins etwas zu schreiben, das ist schon folgerichtig, nachdem ich mich mit ihm persönlich und anhand von Schriften in stundenlanger Kleinarbeit beschäftigt habe. ![]() Der Vorstand aus dem Jahre 1972 von links: Kurt Emde (Kassenwart) Arthur Lambert (1. Vorsitzender) Meinrad Nägele (2. Vorsitzender) Günter Scharf (Geschäftsführer) Eigentlich war Günter Scharf kein Sportler, mehr ein Bücherwurm und Stubenhocker und eben ein Schreiberling, was ihm viel Lob aber auch etlichen Tadel eingebracht hat. Schweisstreibende Aktivitäten als Kompaniemelder in den Kriegsjahren 1944/45 liessen ihn erstmalig in Bewegung kommen. Als Lehrer wollte er kein Drückeberger sein, und so beteiligte er sich erstmalig im Jahre 1969 an einem Volkslauf in Schwelm. Er, ein Historiker und Theologe hatte seine Sportkollegen dabei die Hacken gezeigt. Von diesem Zeitpunkt an änderte sich seine Einstellung zur Bewegung und zum Ausdauersport. Bei dieser Gelegenheit lernte Günter Schaft auch unsere IGL-Mitbegründer Arthur Lambert und Dr. Ernst van Aaken kennen. So durfte er als dann als 40-jähriger der IGÄL beitreten. Bei den Weltbestenkämpfen nahm er dann sogleich am Marathonlauf in Skövde/Schweden teil. Das setzte sich dann fort mit Volksläufen, dem Schwarzwald-Marathon in Bräunlingen, dem 100-km-Lauf in Unna, wo er später auch unter 10 Stunden blieb. In Schweden gab es eine jahrelang anhaltende Freundschaft mit dem Japaner Hideo Okada. Ein Erlebnis für ihn war der erste Marathonlauf von Arthur Lambert in Rummeln-Kaldenhausen in 3:52.30 Std., was ihn persönlich motivierte. Doch auch im Organisationbereich war der ehemalige Chronist tätig. Die IGÄL suchte einen Geschäftsführer, der Akten sortierte und aufarbeitete. Hier war Günter der richtige Mann, wobei er seine Arbeit oft im Hause Lambert verrichtete. In Remscheid gründete er eine Leichtathletikgemeinschaft, die u.a. einen Sylvesterlauf veranstaltete. Dies tat zeitversetzt auch ein anderer Verein. Scharf spricht hierbei von der „Remscheider Langläuferaffäre“, in die sich die IGÄL und vor allem Arthur Lambert, der inzwischen Ehrenmitglied in Günters Club geworden war, einschalten sollte. In Remscheid gab es viele, die nicht auf einen Nenner zu bringen waren, zu unterschiedlich waren die Meinungen. Es wurde Briefe und Presseberichte verfasst, die unter die Gürtellinie gingen. Günter Scharf erhielt zwischenzeitlich vom Verband eine dreijährige Sperre, die kurz nach der Verkündigung wieder aufgehoben wurde. Da die IGÄL sein Ansinnen ablehnte, sich mit den Remscheidern Offiziellen anzulegen, erklärte Scharf seinen Austritt aus der IGÄL. Als Realschullehrer war er beliebt und tüchtig, was vor allem seinem Trieb zur Geschichte zu verdanken war. Es gab aber auch dunkle Flecken auf seiner Weste. Da gab es Leute, die meinten er hätte Kinder geschlagen oder seine Aufsichtpflicht bei einer Freizeit im Schullandheim verletzt. Letzte hatte er garnicht geleitet. Er wurde für vier Jahre suspendiert und später rehabilitiert. Alle seine Gesprächsangebote liefen ins Leere, was ihn nicht davon abhielt, im Sport und in den Stadtteilen Remscheids weiterhin die Fäden zu ziehen. Sein Hang zur Geschichte war stark. Er war Dozent an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Jedoch eins kann man ihm zugute halten: Er hat Nerven bewiesen und alle überlebt, die ihn brüskiert haben und er hat sich auf seine Ar und Weise immer gewehrt. So war er auch inzwischen wieder im Jahr 1982 in die IGÄL, die in die IGL geändert wurde, eingetreten. Dort hat er die ihm zugetragenden Arbeiten in der Geschäftsstelle zu höchster Zufriedenheit erledigt. In Remscheid verlieh man ihm den Hauptpreis des Bergischen Geschichtsverein und der Oberbürgermeister verlieh ihm für besonderen Einsatz die Stadtmedaille. Nach der Wende und dem Fall der Mauer unterstützte er in ganz besonderer Weise die Kontakte zum Arthur-Lambert-Lauf in Wittenberg. Er lernte in den neuen Bundesländern genau so die Menschen schätzen, wie ich es seit nunmehr 17 Jahren erlebe. Etwa im Jahre 1997 bot sich Günter Scharf an, eine Chronik zu erstellen. Um die Jahrtausendwende bekam er den offiziellen Auftrag von der Mitgliederversammlung, als Chronist zu arbeiten. Bis zum Jahr 2000 hat er die Chronik unserer Gemeinschaft erstellt. In mühevoller Kleinarbeit mit unserem jetzigen Ehrenvorsitzenden Gusthelm Schläbitz ist sie im Internet einzusehen. Dafür gilt vor allem Günter Scharf ein herzliches Dankeschön und auch Gusthelm hat ihm oft Respekt ausgesprochen. Dieser Günter Scharf, der oft schriftlich vieles hinterfragt und kritisch über Leute sowohl spricht als auch schreibt, ist nicht immer einfach. Ich habe viel über sein Leben und seine mir zugesandten Unterlagen ausgearbeitet und sehr viel und stundenlang mit ihm gesprochen. Bei vielen den Storys aus seinem Leben und den nicht immer gut gemeinten Kritiken an ihm muss man auch seine guten Seiten beleuchten. Da bin ich zu dem Schluss gekommen, wenn man auf Günter Scharf zugeht und sich offen und ehrlich mit ihm beschäftigt, kann er auf jeden Fall ein angenehmer Zeitgenosse sein. . Er hat das Leben der IGL mitgestaltet und bereichert. Am Ende seiner Laufbahn als Funktionär vor allem in unserer Gemeinschaft mögen es alle ihm verzeihen, die mit Schreiben und teils mit Einschreiben von ihm „belästigt“ wurden. Ein friedlicher und geruhsamer Lebensabend sei ihm gegönnt. Darum: Gesundheit, alles Gute und Danke Günter.
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