![]() |
Die
Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
|
|||||
|
|
Sportmedizin-Tipps |
|
||||
|
Leser-Forum: "Laufen und Bandruptur" |
||||||
|
IGL-Mitglied Kathrin K. fragt: Ich bin letzte Woche mit meinem linken Fuß umgeknickt. Dabei hat es drei Mal geknackt und nach kurzer Zeit hatte ich drei Beulen am betroffenen Areal. Im Krankenhaus hat man dann bei der veranlassten Röntgenaufnahme einen knöchernen Bandabriss festgestellt. Ich bekam einen Tapeverband und eine Überweisung zum Chirurgen. Dort wurde allerdings nur ein ganz normaler Verband angelegt und ich wurde wieder nach Hause geschickt. Mittlerweile ist der ganze Fuß geschwollen, zudem sind 3 Zehen blau angelaufen. Außerdem habe jetzt auch noch Schmerzen an der Wade. Jetzt zu meinen Fragen: Sollte ich nochmals bei einem anderen Arzt vorstellig werden oder ist das alles normal? Besteht zudem eine unbedingte Operationsindikation, wie Sie ja einmal im Rahmen einer anderen Veröffentlichung verlauten ließen. Zudem soll ich meinen Fuß "wenig" belasten, was mit zwei Kindern nicht ganz einfach ist. Nachts soll ich übrigens den Verband ganz weglassen. Ich möchte auf jeden Fall Folgeschäden vermeiden. Was raten Sie mir daher? Sportarzt Dr. med.
R. Ziegler aus Heppenheim antwortet: Die Röntgenaufnahme weist
eindeutig einen knöchernen Bandabriss aus, was somit den Abriss zumindest
eines Zügels Ihres generell dreizügelig aufgebauten Außenbandes
dokumentiert. Die Größe des Knochenfragmentes bestimmt jetzt
die Frage, in wie weit eine operative Intervention Sinn macht bzw. technisch
überhaupt möglich ist. Ich würde bei dem Schweregrad der
Verletzung sogar eine Kernspin-Untersuchung (MRT) für notwendig
erachten, um weitere Verletzungen, z.B. eine zusätzliche Knorpelverletzung,
auszuschließen. Werden Sie daher unbedingt bei einem weiteren Chirurgen
vorstellig, der dann hoffentlich Patienten-gemäße Beratung
und Behandlung realisiert. Für mich ein absolutes Unding,
wenn man Sie mit einem einfachen Verband "abspeist", der zudem
auch noch nachts entfernen werden soll. Sie benötigen, unabhängig
von einer evtl. Operation, auf jeden Fall und zwar sofort eine individuell
angepasste Aircast-Schiene oder vergleichbare Orthese, die Sie
durchgehend, also Tag & Nacht tragen müssen und zwar für
6(!) Wochen. Nur so kann die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk
für die notwendige Heilungsphase limitiert, der Vernarbungsprozess
gezielt beschleunigt und die notwendige Stabilität in der Zukunft
garantiert werden. Andernfalls droht ein instabiles Gelenk, was dann hochgradig
gefährdet ist, selbst bei kleinen Anlässen wieder wegzuknicken.
Alles
Gute und hoffentlich baldiges Zurückkehren in die Laufszene |
||||||