Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

 

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Mitgliederportraits

 

 

 

Gerhard Burster - Ein Läuferportrait

 

Im Alter von 14 Jahren kam Gerhard Burster zum Laufsport. Schon immer zog es ihn zu den längeren Strecken, weil seine Ausdauer größer war als die Schnelligkeit. Große Erfolge konnte Gerhard Burster jedoch nie erringen, und so endete sein Wettkampfsport 1960, als er seine Familie gründete. Durch die Volkslaufbewegung kam er dann Mitte der Sechziger Jahre wieder zum Laufen. Dass da endlich auch einmal die Mittelmäßigkeit von Leistungen gewürdigt wurde, war für ihn ein großer Ansporn. Darüber hinaus war ihm der gesundheitliche Aspekt immer sehr wichtig.

Sein Einstieg zum Marathonlauf erfolgte 1968 bei der ersten Auflage des Schwarzwald-Marathons in Donaueschingen. 1971 startete Gerhard Burster zum ersten Mal beim 100 km -Lauf in Biel, den er seitdem -mit nur drei Ausnahmen- jährlich bestreitet, bisher 28 mal. 1989 folgte dann der erste 24-Stunden-Lauf. 1996 wagte sich Gerhard Burster mit 60 Jahren zum ersten Mal an einen 48-Stunden-Lauf. Seine Bestleistungen sind bei den "kürzeren" Distanzen durchschnittlich; je länger die Strecke, umso besser die relative Leistung: 10.000 m in 41:16 min, Marathon in 3:14 Std, 100 km in 9:17 Std. Beim 24Stunden-Lauf absolvierte er eine Strecke von 195 km, beim 48-Stunden-Lauf 306 km. Beim diesjährigen 48-Stunden-Lauf in Köln vom 13. bis 15.07.2001 gelang Gerhard Burster ein sportlicher Erfolg, von dem er schon als Junge geträumt hatte: Weltrekord!

Das wich zwar von seinen damaligen Vorstellungen erheblich ab, weil er sich nur die Bahn-Leichtathletik vorstellen konnte; jedoch gestaltete sich dieses Ereignis zum Höhepunkt seines Läuferlebens. Mit 283,746 km überbot er den bestehenden Weltrekord im 48-Stunden-Lauf in der Altersklasse M 65 um über 28 km! Es war die Frucht jahrelangen Trainings, entsprechender Lebensweise und einer angeborenen (oder anerzogenen) mentalen Einstellung, eine angefangene Sache auch zu Ende zu bringen. Hinzu kommen noch die entsprechenden Wettkampfbedingungen, das gute Umfeld, die Tagesform, die Ernährung vor und während des Wettkampfes, eine vernünftige Dosierung sowohl des Renntempos als auch der Pausen und nicht zuletzt das innere Gleichgewicht und der Wille zur Leistung. Gerhard Burster gehört seit 1974 der IGL an. Ende 1987 ist er der DUV (Deutsche Ultramarathon-Vereinigung) beigetreten und engagiert sich dort seit 1996 als Seniorenwart. "Ich werde weiterhin ein Durchschnittssportler bleiben, allerdings mit einem einzigen Lichtblick, von dem ich den Rest meines Läuferlebens zehren kann" resümiert Gerhard Burster bescheiden.

Die große IGL-Familie gratuliert ganz herzlich zu seinem Weltrekord und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg und Freude beim Laufen.

Georg Reinmuth

 

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