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IGL-Leser
Alfred G. fragt: Mit
großem Gewinn verfolge ich im online-Magazin
www.Laufreport.de
Ihre Anregungen zum Thema gesunde Ernährung. Bereits seit
längerer Zeit gestalten wir unsere Ernährung ganz in
Ihrem
Sinne. Zum Thema „Fisch“ habe ich nun allerdings
eine schwierige
Frage: Wann wissen wir, ob der von uns einmal in der Woche in den
Speiseplan integrierte Seefisch tatsächlich reich an
Omega-3-Fettsäuren ist? Aus ökologischen
Gründen, die
für mich nicht zur Disposition stehen, scheiden Kabeljau und
Heilbutt aus dem Atlantik aus, die Diskussion darüber erledigt
sich leider höchstwahrscheinlich bald von selbst, sind doch
beide Fischarten akut vom Aussterben bedroht. Dorade und Wolfsbarsch,
gerne auch in der Gastronomie verwendet, kommen in aller Regel
offensichtlich aus Aqua-Kulturen. Da sieht es mit dem
Omega-3-Fettsäurengehalt wohl nicht mehr so toll aus,
ökologisch
ist das auch wenig sinnvoll. Sollte man Fisch daher dann lieber ganz
weglassen und auf entsprechende Öle, Pseudogetreide und
ansonsten auf Kapseln setzten? Ihre Meinung dazu interessiert mich
sehr.
Sportarzt
Dr. med. Rudolf Ziegler aus Heppenheim antwortet: Generell
handelt es sich bei den von Ihnen angesprochenen
Omega-3-Fettsäuren
um sogenannte mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Poly
Unsaturated
Fat
Acids
= PUFA),
die von uns Menschen
nicht
selbst produziert werden können und daher wie Vitamine
als
essentielle
Nahrungsbestandteile zu verstehen sind.
Dabei
kann an wichtigen Details für diese Stoffgruppe Folgendes
herausgestellt bzw. kommuniziert werden:
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Nahrungsbezogen
kommen beide Fettsäure-Typen sowohl in Pflanzen wie in Tieren
vor und dies in unterschiedlicher Konzentration. Entsprechend
hängt es von unserer individuellen Nahrungswahl ab, welches
Fettsäuremuster letztlich beim Menschen in seine Zellmembranen
und Funktionsbestandteile eingebaut wird. Im Pflanzenreich dominieren
bei den Omega-6-Fettsäuren die
sogenannte Linolsäure, bei
den Omega-3-Fettsäuren die Alpha-Linolen-säure.
Beide Fettsäuren enthalten jeweils 18 C-Atomen (daher
gemäß Nomenklatur „kurzkettig“)
sowie 2 Doppelbindungen pro Molekül, nur die Stellung der
Doppelbindungen im Molekül differiert. Linolsäure kommt
besonders reichlich in Getreide sowie
in bestimmten pflanzlichen
Ölen (v.a.
Distel-, Sonnenblumen-, Maiskeim-, Weizenkeim-, Traubenkern- &
Kürbiskern-Öl) vor. Alpha-Linolensäure
findet
sich v.a. in Salat,
Gemüse, Algen, Moose, Farnen, Nüssen, Kernen,
Weizenkeimen sowie im
Walnuss- und
Leinöl.
Letzteres enthält dabei über 60%
Alpha-Linolensäure. Im menschlichen Organismus wird dann aus Linolsäure
die Arachidonsäure
(langkettige Omega-6-Fettsäure) und aus Alpha-Linolensäure
je
nach Bedarf alternativ
Eikosapenta-ensäure
(EPA) oder
Dokosahexaen-Säure (DHA), beide langkettige
Omega-3-Fettsäuren. Und
jetzt kommt der Clou: Das resultierende Mengenverhältnis
zwischen Arachidonsäure und Eikosapentaensäure
(EPA) oder
Dokosahexaen-Säure (DHA) ist genetisch auf 2:1 zugunsten der Arachidonsäure
festgelegt.
Es sei denn, wir ernähren uns einseitig
mit Lebensmitteln aus Mastbetrieben,
Geflügelfarmen, Damwild-Gehegen und Zuchtanlagen, wo an die
Rinder, Schweine, Fische, Krustentiere und Geflügel
schwerpunktmäßig Getreide
als Mastfutter
verfüttert wird (man ist, was man isst!!). Das Fleisch und
alle weiteren Produkte aus dieser Tierhaltung (Milch, Käse,
Wurst, Eier etc.) sind logischerweise massiv Arachidonsäure-lastig, da die Masttiere bereits zu Lebzeiten aus Linolsäure
reichlich Arachidonsäure gebildet und in ihrem Organismus
verwendet haben. So erklärt sich problemlos dann auch die
relative bzw. absolute Unterversorgung mit EPA bzw. DHA bei
solchen Zeitgenossen, die einseitig auf Mastprodukte setzen bei
gleichzeitigem Verzicht auf Lebensmitteln mit hohem Omega-3-Fettsäuren-Gehalt, also Biofleisch, Wild,
Wildfisch, Algen, Salat, Gemüse, Nüsse, Kerne,
Weizenkeime, Milch, Käse, Wurst & Eier aus
Produktionsbetrieben mit hauptsächlicher Verwendung von
Grünfutter als tierische Ernährungsgrundlage.
-
Die
biochemische Konsequenz aus der hierzulande favorisierten Mastkost nach
dem Motto „Hauptsache billig, billig & nochmals
billig“: In Deutschland
finden sich immer mehr Menschen mit einer PUFA-Relation von
sage und schreibe bis zu
25:1 zugunsten von Arachidonsäure. Mit
dramatischen funktionellen und damit auch gesundheitlichen
Konsequenzen, handelt es sich doch bei den PUFA um Vorstufen
von hochdifferenziert wirksamen Gewebshormonen, den
sogenannten Prostaglandinen und Leukotrienen,
wobei deren biologisch-biochemische Effekte in unserem Körper
völlig gegensätzlich sind, je nach-dem aus welcher
Omega-Fettsäurenfamilie sie stammen.
Renommierte Ernährungswissen-schaftler wie auch
kompetente Präventivmediziner sehen
jetzt in dieser ja nun einmal menschengemachten hoch unphysiologischen biochemischen
Konstellation von
25:1 zugunsten von Arachidonsäure den entscheidendenden
Erklärungsansatz
für die unverhältnismäßig hohe
Zahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen,
chronisch-entzündlichen Erkrankungen, Asthma sowie
Verschlimmerung bzw. Chronifizie-rung
von Schmerzen und Allergien in allen
Industrienationen, in denen eben diese
krankmachende "western diet" konsequent gepflegt wird, die nun
einmal diametral
den genetischen Vorgaben widerspricht, wie
aufgezeigt. Weiterführende
Informationen erhalten
Sie unter www.laufreport.de unter
„Sprechstunde“
im Kapitel „Rund
ums Fett“.
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Entsprechend
heißt es für Sie, um auf Ihre Frage
zurückzukommen, nicht
einseitig auf Fisch setzen,
allein schon wegen der reduzierten
Bestände und
der nicht zu
vernachlässigenden Schwermetallbelastung der
meisten Fischsorten, sondern eben regelmäßig die
breite Palette der aufgeführten Lebensmittel in Ihren
Speiseplan einbauen, bei konsequentem
Meiden von
Produkten aus Mastbetrieben,
Geflügelfarmen, Damwild-Gehegen und Zuchtanlagen.
Natürlich macht es Sinn, unter sportlich-gesundheitlichen
(Regenerationsbeschleunigung) und psycho-mentalen Aspekten wie auch bei
bestimmten Krankheitsbildern (Herz-Kreislauf, Bluthochdruck, Asthma,
Thrombose-Gefährdung etc.) die Versorgung
mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren
(EPA,
DHA) gezielt auf über 1 Gramm täglich anzuheben, was
aber nur mittels regelmäßiger Supplementierung
möglich ist. Ich empfehle hier wahlweise die Produkte Omega-3-Power® bzw. Cardiofit®.
Details hierzu finden Sie unter dem betreffenden
Biomol-Button in
meiner Sprechstunde (www.laufreport.de).
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Die
Frage der Regelmäßigkeit von Fischkonsum
hat
aber natürlich noch eine andere
ernährungsphysiologische Dimension und zwar hinsichtlich einer
ausreichenden Jodver-sorgung. Hier
können Sie über die Bestimmung des TSH-Wertes
Kenntnis bekommen über die aktuelle Funktionsqualität
Ihrer Schilddrüse sowohl bzgl. Jodversorgung wie
auch bzgl. bedarfsgerecht arbeitenden Regelkreis
Gehirn – Schilddrüse. Gemäß
neuester Empfehlungen von Schilddrüsen-Spezialisten sollte der
TSH-Wert
möglichst zwischen 0,2
– 2.2 µIU/l liegen
und auf keinen Fall drüber.
Weiterhin
fleißiges Schmökern & gesundheitlich
unterlegte Grüße
Ihr
Dr.
Ziegler
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