Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

 

[zurück...]

Sportmedizin-Tipps

 

 
Leser-Forum: "Laufen und Gürtelrose"


IGL-Mitglied Martin G. fragt: Letzte Woche wurde bei mir, 45 Jahre, Gürtelrose diagnostiziert. Der Arzt hat mir für die nächsten 4 Wochen absolute Ruhe verordnet. Wie stehen Sie zu diesem Ratschlag? Wann kann ich mit meinem Training wieder beginnen? Betroffen ist eine ca. handtellergroße Fläche am Rücken mit ausgeprägten Nervenschmerzen. Als Therapie bekam ich Zostex® sowie zusätzlich Voltaren® als Schmerzmittel. Haben Sie noch einen „Ratschlag“ zur schnelleren Genesung? Das Laufen und Radfahren fehlt mir sehr, was mir wiederum auf mein Gemüt schlägt. Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Sportarzt Dr. med. R. Ziegler aus Heppenheim antwortet: Das Auftreten einer Gürtelrose (Herpes Zoster) in Ihrem Alter ist typisches Indiz für eine aktuelle Überbeanspruchung Ihres Immunsystems, z.B. im Rahmen eines konsequent durchgezogenen leistungssportlichen Trainings bei gleichzeitig hoher privater und/oder beruflicher Belastung. Denn jeder von uns, der in seinem Leben Windpocken (Varizellen) durchmachen musste, behält die Virus-Erreger zeitlebens in seinem Körper. Ohne Wenn & Aber. „Lahmt“ jetzt das Immunsystem aus den verschiedensten Gründen, wagen sich die meist im Bereich des Rückenmarkskanal „überwinternden“ Viren aus der Deckung und führen zu der typischen Bläschen-Bildung am Körper, aber evtl. auch im Gesicht, in Verbindung mit Juckreiz und Schmerzen, z.T. auch kombiniert mit grippeähnlichen Beschwerden. Es kann im Einzelfall auch zu einer wirklich schweren Erkrankung kommen. Und auch nach Abklingen der Akutsymptomatik droht eine über viele Monate andauernde erhebliche und dabei schmerzhafte Restsymptomatik („Post-Zoster-Neuralgie“).

Insofern liegt Ihr behandelnder Arzt absolut richtig, Sie gezielt zur Vorsicht & zur Zurückhaltung zu ermahnen. Der Bläschen-Inhalt ist zudem ansteckend.

Zusammenfassend hier nun die Ihrerseits gewünschten Ratschläge meinerseits:

  • Solange noch hautbezogen bzw. allgemein bei Ihnen Krankheitszeichen bestehen, ist absolutes Sportverbot angesagt. Mit den 4 Wochen liegt der Kollege damit völlig richtig. Und anschließend gilt es, wirklich mit sehr viel Gefühl und Verstand und natürlich für ca. 3 Monate ohne Wettkampf-Ambitionen wieder in den Ausdauersport zurückzukehren. Natürlich spricht derzeit überhaupt nichts gegen längere Spaziergänge und Rad fahren, z.B. zur Arbeit.

  • Zudem kann auch das Antivirus-Mittel Zostex® Nebenwirkungen entfalten, die von vorneherein keine Lust auf sportliche Aktivitäten aufkommen lassen. Im Klartext: Kein Sport, solange noch Medikamenten-Einnahme notwendig.

  • In Ergänzung zur angeführten Medikation würde ich für hochdosiert zugeführte Omega-3-Fettsäuren plädieren und das für mindestens 6 Monate (wirken u.a. anti-entzündlich und schmerz-modulierend). Ich habe seit langer Zeit hier gute Erfahrungen mit dem Präparat Cardiofit® (Pulver) gemacht, das hochkonzentriert angeboten wird (2 Messlöffel pro Tag = ca. 1.5 g Omega-3-Fettsäuren aus EPA plus DHA plus α-Linolensäure), dabei den zusätzlichen Vorteil hat, dass es nicht nach Fisch schmeckt und zudem weitere den Heilverlauf günstig beeinflussende Zusatzstoffe wie spezielle Vitamine & Spurenelemente enthält. Außerdem würde ich für den gleichen Zeitraum Coenzym Q 10 (Präparat: Sanomit Q 10®-Tropfen) einsetzen und zwar in einer Dosierung von jeweils 2 x 6 Tropfen täglich. Damit unterstützen Sie den Heilverlauf und wirken auch gezielt möglichen Dauerschmerzen entgegen.

  • Ansonsten sollten Sie möglichst Ihren Stresslevel runterfahren, d.h. beruflich wie privat „piano“ angehen lassen, auf Alkohol generell verzichten, direkte Sonneneinstrahlung meiden und bei der Ernährung auf Hochwertiges setzen (u.a. Weizenkeime, Nüsse, Kerne, Hülsenfrüchte, Bio-Obst und Bio-Gemüse, gegrillter Fisch, frisch gepresste Säfte, grüner Tee, Amaranth-, Quinoa- & Buchweizen-Produkte). Achten Sie auch auf regelmäßigen und ausreichenden Schlaf.

Gute Besserung und halten Sie mich auf dem Laufenden, wenn Sie wollen.

Ihr Dr. Ziegler

[zurück...]