Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

 

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Heinrich Hawighorst - Späteinsteiger mit Volkslaufkarriere


Zum Laufsport kommt Heinrich Hawighorst spät und durch puren Zufall. Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und der Arbeit beim Rettungsdienst an Nord- und Ostsee legt er eine Prüfung zum staatlich geprüften Schwimmmeister ab. In einem Unterrichtsraum des Schwimmbades seiner Heimatstadt Osnabrück, in dem er darauf einen Anstellung bekommt, entdeckt Hawighorst ein unscheinbares Stück Papier - die Ausschreibung zu einem Volkslauf. "Warum eigentlich nicht?" denkt er und macht sich ans Trainieren. Vor dem Erfolg steht jedoch oft die bittere Erkenntnis, dass einem so leicht nichts in den Schoß fällt: "Nach achthundert Metern ging mir direkt am Anfang die Puste aus", erinnert sich der heute 81jährige. Schnell erkennt er, dass er nichts überstürzen, und sein Trainingstempo am Anfang drastisch reduzieren sollte. Das funktioniert! Erst fünf, dann sechs, dann acht Kilometer sind plötzlich kein Problem mehr. "Und wer acht schafft", denkt Hawighorst zu diesem Zeitpunkt durch die schnellen Erfolge motiviert, "der schafft auch zehn!" Spontan meldet er sich zu einem Volkslauf - seinem ersten - über eine 10km Distanz an; immerhin schon in der Altersklasse M 55. Das stolze Ergebnis: Nach 54 Minuten überquert Heinrich Hawighorst die Ziellinie.

Dies sollte der Startschuss für eine regelrechte Volkslaufkarriere sein. Nicht weniger als 720 dieser Wettkämpfe absolviert der gelernte Maurer in den darauf folgenden Jahren. Zusätzlich geht er bei mehr als 150 Triathlon-Veranstaltungen an den Start. Als sportbegeisterter Läufer tritt Hawighorst 1981 in die IGL ein - einen Entscheidung, über die er sich besonders freut: "Durch die IGL konnte ich an vielen Laufseminaren teilnehmen", sagt er. "Bad Arolsen, Bad Essen, Bad Nauheim und Dersau waren nur einige Stationen. Dreimal war ich bereits mit der IGL auf Teneriffa und habe mit meinen Lauffreunden die wunderschöne Insellandschaft erkundet - natürlich im Laufschritt..." Da kommt in einem Läuferleben einiges zusammen, auch wenn es erst spät beginnt: Über die Jahre hinweg legt Heinrich Hawighorst eine beachtliche Laufstrecke von mehr als 7.500 Wettkampfkilometer zurück, von den Trainingskilometern ganz zu schweigen.

Die Vernunft, mit der Hawighorst schon am Anfang seiner Karriere erkannte, dass man nur durch ausgewogenes Training Erfolge feiern kann, ist ihm auch heute zueigen: "Ich wäre gerne mal einen Marathon gelaufen. Aber eine solche Leistung kann ich in meinem Alter nicht mehr erbringen - das wäre nicht gesund", meint er. Stattdessen nimmt er noch immer begeistert an 5km-Läufen und Wanderungen teil. Walking-Veranstaltungen und das regelmäßige Workout in einem Fitnessstudio runden sein sportliches Programm ab. "Und das Sportabzeichen", bekräftigt Heinrich Hawighorst, "hole ich mir auch noch jedes Jahr."

Lieber Sportfreund Heinrich Hawighorst, Deine Läuferkarriere beweist wieder einmal mehr, dass es nie zu spät ist, auch im Alter von über 55 Jahren mit dem Laufen zu beginnen. Die IGL jedenfalls wünscht Dir weiterhin viel Spaß beim ausdauernden Laufen und Wandern.

M. Reinmuth

 

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