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Die
Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
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Mitgliederportraits |
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Waldemar Hofmann - Ein Vorbild mit Willenskraft |
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Waldemar Hofmann ist bescheiden, wenn er über seine sportliche Karriere spricht: "Ich bin kein Typ für Spitzenleistungen und Rekorde", erklärt er zurückhaltend. Dabei kann er auf ein bewegtes Sportlerleben zurückblicken, in dem vor allem die ganz langen Distanzen von Ehrgeiz und Durchhaltevermögen zeugen. Wie bei so vielen, beginnt Waldemar Hofmanns Begeisterung für den Sport beim Fußball. Schon mit acht Jahren kickt der nun 80-jährige Fuldataler für den SV Hermannia Kassel. Judo und zahlreiche Auszeichnungen in der Leichtathletik lenken sein Interesse schließlich auf den Ausdauersport. Bevor Waldemar Hofmann sich mit ganzer Energie dem Sport widmen kann, ereilte ihn jedoch ein Übel, das seine Generation wie nichts anderes prägt: Der Krieg. Als er 1942 in die Wehrmacht einberufen wird, ahnt er noch nicht, was ihm bevorsteht. Drei Jahre währt sein Kriegseinsatz an der Ostfront, der mit seiner Gefangennahme und anschließender Kriegsgefangenschaft endet. Als Waldemar Hofmann heimkehrt, ist er körperlich am Ende; seine Gesundheit ist ruiniert. Doch dies hindert ihn nicht daran, bei der Beseitigung der Kriegstrümmer und dem anschließenden Wiederaufbau zu helfen. Irgendwann macht sein Körper jedoch nicht mehr mit: "Ich bin plötzlich zusammengebrochen, ohne zu wissen, warum", erinnert sich Waldemar Hofmann an seine Erkrankung. Doch er gibt nicht auf. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt beginnt er - unterstützt von seiner Frau Sophie - zu wandern und zu laufen. "Anfangs war ich noch wackelig auf den Beinen und hatte Mühe, mit meiner Frau mitzuhalten", berichtet er. Doch schon bald beginnt Waldemar Hofmann seine Leistungen zu steigern: Erste Bergwanderungen, dann Berg- und Crossläufe. Schließlich ist selbst die klassische Marathonstrecke für ihn kein Problem mehr. Er wagt sich sogar an die wirklich harten Distanzen heran: In Unna legt er schließlich im Jahr 1971 zum ersten Mal die 100 Kilometer zurück! Eine Distanz, die er in den kommenden Jahren nicht weniger als 54 mal bewältigen wird. Zahlreiche Weltbestenkämpfe, 200-km-Wandermärsche und Rennsteigläufe sind der Beweis für Waldemar Hofmanns ausgezeichnete Form. Und auch die immer wiederkehrenden gesundheitlichen Probleme können Waldemar Hofmann, der 1996 die Jubiläumsnadel für 25jährige Mitgliedschaft in der IGL entgegennehmen durfte, nicht aufhalten. Mit dem Laufen, so versichert er, habe er "dem natürlichen Verschleiß immer entgegengewirkt". Auch wenn die Ärzte das ein oder andere Mal etwas anderer Meinung sind: Einen Gipsverband, den Waldemar Hofmann vor einem Marathon in Paris verpasst bekommt, lässt er kurzerhand wieder aufsägen! Dieser herrliche Lauf in der französischen Hauptstadt war es ihm allemal wert... Und nicht nur seine eigene Gesundheit hat Waldemar Hofmann, der im übrigen fast 70 mal mit dem Deutschen, Österreichischen sowie Bayerischen Sportabzeichen und dem Mehrkampfabzeichen ausgezeichnet wurde, durch seinen Einsatz im Sport beeinflussen können. Als Mitbegründer der Reha-Sport-Abteilung des TSV Baunatal motiviert er seit 1986 zahlreiche Menschen durch sein unermüdliches Engagement. Für Waldemar Hofmann ist der Sport darüber hinaus eine Möglichkeit, mit der eigenen Vergangenheit abzuschließen, denn "der Kontakt zu gleichgesinnten Menschen in sportfreundschaftlicher Verbundenheit kann viel zu einer besseren Verständigung weit über die Landesgrenzen hinaus führen". Lieber Sportfreund Waldemar Hofmann - nur keine Bescheidenheit, denn die wirklich großen sportlichen Leistungen haben nicht immer etwas mit Rekorden und Platzierungen zu tun... M. Reinmuth
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