Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

 

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Sportmedizin-Tipps

 

 

 

Leser-Forum: "Laufen und Infekt"

 

IGL-Mitglied und condition-Leser Lothar E. fragt: Ich hatte mich intensiv auf einen am kommenden Sonntag stattfindenden Marathon vorbereitet und hatte mir vorgenommen, wieder wie bei meinem letzten Marathon unter drei Stunden zu laufen. Aber seit Donnerstag hat mich eine Erkältung im Griff, die ich seit zwei Tagen mit Grippostad C Kps.® behandle. Fieber war nicht dabei, lediglich relativ starker Reizhusten. Seit Einnahme der Tabletten fühle ich mich total schlapp - ist wohl eine der Nebenwirkungen. Husten ist jetzt mittlerweile ziemlich weg. Jetzt natürlich die Gretchenfrage: Soll ich starten bzw. wann kann ich überhaupt wieder mit leichtem Training beginnen ?

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler aus Heppenheim antwortet: Kurz und schmerzlos Ihre Anfrage auf den Punkt gebracht: Ich muss Ihnen von einem Start am Sonntag abraten. Warum das? Nun, unter Bezug auf Ihre respektable Endzeit bei Ihrem letzten Marathon wollten Sie auch Sonntag wieder "angreifen" und die 42.195 km nicht einfach auf "Ankommen" laufen. Entsprechend würde Ihrem jetzt durch diese höchstwahrscheinlich viral bedingte Erkältung (dafür spricht bei Ihnen auch das Fehlen von Fieber, zumindest in der Anfangsphase der Erkrankung) noch mehr oder weniger immunologisch geschwächten Gesamtorganismus Höchstleistung abverlangt. Die große gesundheitliche Gefahr: Nach dem Marathon am Sonntag haut es Sie erst richtig um. Übrigens, das von Ihnen genommene Präparat ist von seiner Zusammensetzung her überholt und sollte eigentlich auch nicht mehr verschrieben werden. Die Kombination aus einem fiebersenkenden Schmerzmittel (Paracetamol), Vitamin C, Coffein und einem Anti-Allergikum (Antihistaminikum) ist gesundheitlich-therapeutisch gesehen nicht optimal, Ihre Müdigkeit rührt vom Antihistaminikum her. Noch kurz zum Thema Fieber (heutzutage misst man im Mund): Hier gemessene Temperaturen ab 38° C bezeichnet man als Fieber, Körpertemperaturen zwischen 36.8 - 37.9° verstehen sich als erhöhte Temperaturen. Im ersteren Fall gilt absolutes Trainingsverbot und zwar ca. 8 - 10 Tage über den Zeitpunkt des Erreichens von normalen Körpertemperaturen hinaus. Ansonsten begibt sich der betreffende Sportler unnötig in Gefahr, eine Herzmuskelentzündung als gefürchteste und lebensbedrohliche Komplikation zu erleiden. Bestehen nur erhöhte Temperaturen, so kann locker trainiert werden, d.h. im unteren GA 1-Bereich, um das Training dann erst wieder hoch zu fahren, wenn die Temperatur wieder völlig im Normbereich liegt. Sollten Sie weder Fieber noch erhöhte Temperaturen haben, so können Sie nach Abklingen der beschriebenen Symptome wieder ins Training einsteigen, natürlich mit Köpfchen. Aber, da setzt Ihnen Ihr Körper automatisch Grenzen.

Für ihre aktuellen gesundheitlichen Probleme schlage ich Ihnen folgende Therapiemaßnahmen für die nächste Zeit vor:

  • Grippostad sofort absetzen, anstelle dessen das Seealgen-Präparat MSE Spirulina platenis®-Tabletten in einer Dosierung von 3 x 5 - 7 Tabletten für 3 Monate (jeweils vor dem Essen), evtl. kombiniert mit 3 x 2 Immunopret forte® Tabl.(hier handelt es sich um ein positiv monographiertes Echinacin-Präparat) sowie mit Ortho C Depo® Tbl., ein retardiertes Vitamin C-Präparat, Dosierung morgens 2 Tabletten,
  • reichlich und hochwertig trinken (u.a. Molke, Mineralwasser mit einem Magnesium-Gehalt von mindestens 80 mg / l),
  • 5 Portionen Obst, Beeren, Gemüse & Salat pro Tag,
  • Würz-Hefeflocken in Nudelgerichten & im Salat,
  • täglich ca. 3 - 4 Esslöffel Weizenkeime (Dr. Grandel, Reformhaus) plus Actimel-Trinkjoghurt oder Bio-Joghurt (nicht erhitzt, keine Gelatine, mit lebenden Lactobazillus und /oder Bifidus-Flora (unser Darm ist neben der Muskulatur das wichtigste Immunorgan),
  • anstelle von Weißmehlnudeln Soja- und/oder Amaranth-Nudeln,
  • als Zwischenmahlzeit Nüsse (Power-Eiweiß, wichtige Spurenelemente, Omega-3-Fettsäuren),
  • 2 x wöchentlich fetter Seefisch (Wildlachs, Sardine, Atlantik-Hering, Thunfisch, Makrele) oder Forelle,
  • gelegentlich Labor-Check, dabei neben den Routine-Parametern auch bestimmen lassen TSH, Selen, Homocystein, Magnesium, Ferritin; machen Sie Ihrem Doc klar, dass Sie kein Distanzsportler sind (= Sportschau-Gucker bzw. Sport-Bild-Leser), sondern Leistungssportler, der über die Funktionstüchtigkeit und Leistungsfähigkeit seiner ca. 65 Billionen Zellen gern etwas Näher Bescheid wüsste.

Für Ihre weitere sportliche Zukunft alles Gute!
Ihr Dr. Ziegler

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