Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

 

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Mitgliederportraits

 

 

 

Hanny Lambert - maßgebliche "Mutter der Kompanie" Am 05.10.2002 wurde Arthur Lamberts Witwe 80 Jahre


In der Ausgabe 10 der condition aus dem Jahre 1992 auf Seite 39 war zu lesen:

"Liebe Hanny, es steht Dir ein runder Geburtstag ins Haus, Erfüllung eines weiteren Jahrzehnts Deines intensiv erfahrenen Lebens, denn Du bist eine Frau, die mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen steht und die hellwach ist. Du bist mit unserer IG(Ä)L so verbunden, wie nur wenige, die sich -wie Dein Mann Arthur- so für die Belange und Ziele unseres Verbandes eingesetzt haben. Viele Organisationsstrukturen, die Du in Zusammenarbeit mit den IGÄL´s der ersten Stunde geschaffen hast, sind heute noch Grundlage unserer Arbeit und unserer Unternehmungen. Zu diesem Geburtstag möchten wir Dir sagen, wie sehr wir Dir zu Dank verpflichtet sind. Wir hoffen, Du bleibst weiter mit uns verbunden und begleitest die Arbeit dieses Vorstandes mit Aufmerksamkeit. Bleib wie Du bist, Hanny, halte Dich fit. Wir wünschen Dir Gesundheit, Optimismus und Gelassenheit und gutes Gelingen aller weiteren Zukunftspläne.
Der Vorstand der IGL: Ina Wester, Gusthelm Schläbitz, Peter Bayer, Georg Reinmuth."

Diese Worte haben auch nach zehn Jahren kaum an Aktualität verloren. Freilich war es ein Jahrzehnt besonderer Belastungen. Der Rechtsstreit um den alten Lambert-Besitz in Wittenberg war für Hanny und ihre Familie eine schwere Belastung. Der Ausgang war unbefriedigend und ließ viele von den Fragen offen, die sowohl Folge eines verlorenen Krieges, als auch Folge langjährigen Besatzungsstatuts und dessen Ablösung durch den Wiedervereinigungsvertrag sind. Hannys Kampfkraft war ebenso beeindruckend wie ihre jetzige Geistesstärke, mit der sie die Zwecklosigkeit solcher ungleichen Auseinandersetzung "wegzustecken" gezwungen ist.
Glücklicherweise hat sie wenigstens hinsichtlich eines anderen langjährigen Ärgernisses unlängst etwas Genugtuung erfahren. Es geht um nicht haltbare Aussagen von Hans Jürgensohn in dem Artikel "Wie die condition entstand", Ausgabe 02/86. Zwei Monate später erschien zwar Hannys Gegendarstellung inmitten anderer Leserbriefe mit der Überschrift "Van Aakens Gründe tiefliegender". Jedoch hielten sich falsche Verdächtigungen, wie spätere abfällige Bemerkungen eines "alten Kämpen" bewiesen, der es freilich hätte besser wissen müssen.
So sei in diesem würdigeren Rahmen eine Stellungnahme des Ehrenvorsitzenden Gusthelm Schläbitz an den IGL-Vorstand vom 22.05.2002 wiedergegeben, für die sich in Bad Arolsen die Zeitzeugen Ina und Klaus Wester, Bettina Schäfer und ich verbürgten. Es geht um das böswillige Gerücht, demzufolge "Familie Lambert" sich aus persönlichen Gründen der condition bemächtigt und dabei Meinrad Nägele aus der Redaktion verdrängt habe. Das ist falsch! Richtig ist vielmehr: "Als 1970 aus den ‚Rundbriefen' die condition entstand, war M. Nägele Redakteur, und die condition wurde zunächst in Köln und später bei einer Druckerei in Solingen/Remscheid gedruckt.
Die Solinger Firma ging in Konkurs, als der Satz für die nächste condition druckreif vorlag. M. Nägele wandte sich an Arthur Lambert mit der Bitte um Hilfe. Da Hanny Lamberts Bruder eine Druckerei besaß, bat Arthur Lambert seinen Schwager um Hilfe, der unter der Bedingung zusagte, die nächste condition dann zu drucken, wenn es seine Kapazitäten zuließen. Der druckfertige Satz wurde dann in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus der insolventen Druckerei herausgeschmuggelt. M. Nägele holte nun Angebote diverser Druckereien ein, um den Druck der condition sicherzustellen. Es beteiligte sich auch Hannys Bruder, der dann von Nägele den Zuschlag bekam. Auf die redaktionelle Arbeit hat Arthur Lambert erst Einfluss genommen, bzw. nehmen müssen, als M. Nägele über Nacht von der Bildfläche verschwand, die condition aber weiter herausgegeben werden musste." (Unterschriften wie oben angegeben). Meine damals ebenfalls unverzüglich eingereichte Berichtigung der fehlerhaften Angaben Jürgensohns wurde von condition-Redakteur Werner Sonntag nicht veröffentlicht.

Familie Lambert 1972

Zu den Lichtblicken der einstigen "Mutter der (IGÄL-) Kompanie" (so eine Schläbitz-Feststellung) zählten bislang die alljährlichen "Arthur-Lambert-Gedenkläufe" in Wittenberg, von Manfred Kuschel seit 1991 organisiert. Dass Hanny Lambert letztens nicht daran teilnehmen konnte, lag an gleichzeitigen Geburtstagsbesuchen von weither. In ihrem Grußwort zur 11. Durchführung des Gedenklaufes bat sie ausdrücklich um Entschuldigung ihrer Abwesenheit. Zur Ergänzung dieser Laudatio habe ich nochmals sämtliche Ausgaben der condition seit Februar 1970 durchgesehen. Dabei trat Hanny Lamberts Einsatz für die IG(Ä)L deutlich zutage. Voll in die Bresche sprang sie, als ich 1977 die Arbeit in der Geschäftsstelle nicht mehr mit dem erforderlichen Einsatz ausführen konnte, wie es notwenig gewesen wäre. Als erfahrene selbständige Geschäftsfrau bewirkte sie zunächst eine erhebliche Stärkung der finanziellen Basis in Form zunehmender Firmenanzeigen in der condition. Zudem baute sie ein intaktes IGÄL-Büro auf; denn übernommen hatten wir von Köln ein heilloses Durcheinander. Nun funktionierte auch der rege Schriftwechsel mit der stark wachsenden Mitgliederschaft. Wo "die Chefin" (so eine allgemeine Anerkennung) konnte, entlastete sie ihren populären Ehemann zugunsten dessen zunehmenden repräsentativen und redaktionellen Tätigkeiten. Das zeigte sich besonders anlässlich der damaligen alljährlichen IGÄL-Weltbestenkämpfe rund um den Globus. Diese von Wuppertal aus günstig organisierten Sportreisen fanden eine Krönung in den gern wahrgenommenen IGÄL-Treffen auf der Sonnen-Insel Teneriffa.
Auf Grund ihrer hervorragenden ehrenamtlichen Leistungen wurde Hanny Lambert am 15. September 1979 nach einem internationalen Laufwettbewerb am Baldeneysee in Essen die IGÄL-Ehrenmitgliedschaft zuerkannt. Initiator war Walter Schulz aus Mönchengladbach. Weitere Einzelheiten würden den Rahmen dieses nachträglichen Geburtstagsgrußes überdehnen. Sie kommen zur Geltung in der seit 1996/97 begonnenen und jüngst wiederbelebten IG(Ä)L-Chronik auf der Grundlage eines Fakten-Fundus' für die Deutsche Sporthochschule Köln.

Günter Scharf


 

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