Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

 

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Sportmedizin-Tipps

 

 
Leser-Forum: "Laufen und Prostataleiden"

 

IGL-Mitglied Harald St. fragt: Seit zwei Jahren nehme ich täglich das Medikament Uro Xatral uno® ein, vom Urologen verordnet. Ich bin Hobbyläufer, trainiere 3 - 4 x pro Woche, nehme an 10 km-Läufen und manchmal auch an Halbmarathons teil. Im gleichen Zeitraum sank mein Leistungsniveau kontinuierlich ab. Von einer durchschnittlichen Endzeit von 53 Minuten auf 10 km bin ich nun auf 63 - 65 Minuten abgesackt. Dabei fühle ich mich völlig fertig.
Meine Daten: 169 cm, 68,6 kg (ca. 3 kg zugenommen), Ruhepuls 48/min.
Frage: Kann diese gravierende Leistungsverschlechterung mit der Medikamenten-Einnahme zusammenhängen oder gibt es möglicherweise andere Ursachen? Der "Altersmalus" (Jahrgang 1953) kann es doch wohl nicht sein?

Sportarzt Dr. med. R. Ziegler aus Heppenheim antwortet: Sie liegen absolut richtig mit Ihrer Annahme. Das verordnete Medikament gehört zu den so genannten Alpha-Rezeptorenblockern. Es wird routinemäßig bei nicht bösartiger Prostata-Vergrößerung verordnet und hat Wirkstoff-bedingt aber zum Teil erhebliche Nebenwirkungen auf den Blutdruck und zwar in Ruhe und unter Belastung. Ausgelöst durch substanzspezifische Einflussnahme auf die nerval gesteuerte Regulation der Gefäßwandspannung. Sie laufen damit zwangsläufig mit angezogener Handbremse und legen zum Teil sogar noch den "Rückwärtsgang" ein. Auf diesen pharmakologischen Zusammenhang hätte der Urologe Sie hinweisen müssen. Aber vielleicht haben Sie ihm ja gar nicht verraten, dass Sie ambitionierter Läufer sind.

Was ist nun zu tun:

  • Zunächst einmal gilt es definitiv festzustellen, in welchem Umfang Ihre Prostata vergrößert ist. Kriterium: Haben Sie derzeit noch Blasenentleerungsstörungen mit schwachem Strahl, Nachtröpfeln etc.?
  • Dann muss umgehend eine Standortbestimmung her, d.h. wie und wenn ja in welchem Ausmaß hat sich der Befund unter laufender Medikation in den vergangenen 24 Monaten verbessert?
  • Mit diesem Wissen kann dann bei Ihnen ärztlicherseits über Therapie-Alternativen nachgedacht und diskutiert werden, die ich hier natürlich nicht im einzelnen differenzieren kann und die sich auch nach dem Ausmaß Ihrer derzeitigen Prostata-Veränderung richten. Bei Ihrem Alter dürften diese aber eigentlich nicht so ausgeprägt sein, dass sich nicht m.E. noch Alternativen finden könnten, z.B. auch Homöopathika wie z.B. Prostata-Gastreu® N R25 Tropfen.
  • Unabhängig von weiteren medikamentösen Maßnahmen sollten Sie aber Ihr Schicksal ernährungstechnisch selbst in die Hand nehmen und das heißt: Konsequent gesättigte Fettsäuren und gehärtete Fette meiden bzw. drastisch reduzieren (Fleisch aus Mastbetrieben, Wurst, Käse, Butter, Margarine, Palmin, Biskin, alles Frittierte und Panierte, Kekse, Schokolade, Snacks etc.), da über den dadurch zwangsläufig provozierten Cholesterinanstieg vermehrt Östrogene und zwar im Bauchfett des Mannes gebildet werden, die wiederum das Prostata-Wachstum triggern, da ja nun mal mit fortschreitendem Alter des Mannes der Testosteronspiegel (leider) absinkt und entsprechende Testosteron-Rezeptoren in der Prostata unbesetzt bleiben, die dann von Östrogenen besetzt werden. Ebenfalls Zurückhaltung geboten ist bei Stärke-haltigen Produkten wie Getreide, Brot, Nudeln, Reis, da bei positiver Energiebilanz diese Stärke-Kohlenhydrate in gesättigte Fettsäuren umgewandelt werden, die dann wiederum die Cholesterinproduktion anfachen.
  • Verzehren Sie reichlich Kürbiskerne, d.h. täglich 20 - 30 Stück, z.B. anstelle einer Zwischenmahlzeit. Die Fa. Seeberger bietet hier eine Sorte an, deren Hülle quasi nur noch aus einem dünnen Häutchen besteht und daher problemlos und komplett verzehrt werden kann.
  • Setzen Sie einmal täglich Haferkleie ein in Verbindung mit der Top-Gesundheitsregel 3 x O plus 1 x G = täglich reichlich Obst, Olivenöl und Omega-3-Fettsäuren (fetter Seefisch) und mindestens 1 x täglich Gemüse, was als konzertierte Aktion ebenfalls den Cholesterinspiegel senkt. Auch strikter Alkoholverzicht trägt übrigens zum Absinken Ihrer Triglyzerid- und Ihres LDL-Spiegels im Blutserum bei. Ihr gesundheitliches Nahziel sollte daher laborchemisch lauten:


1. Triglyzerid-Spiegel unter 100 mg%,
2. LDL-Spiegel unter 100 mg%
3. HDL-Spiegel über 50 mg%.
4. By this way bietet es sich auch an, Ihren Testosteron-Spiegel zu bestimmen, was wie folgt abläuft: Im Serum analysiert werden das Gesamt-Testosteron und das so genannte Sexualhormonbindende Globulin. Aus diesen beiden Werten wird das so genannte freie Testosteron errechnet, das dann das wichtige Kriterium darstellt, in wie weit bei Ihnen ein Testosteron-Mangel das Prostataproblem verschlimmert bzw. unterhält.

Unabhängig von Ihrem spezifischen Problem wären Sie natürlich auch ein Kandidat, der insgesamt einmal einen sportmedizinisch und dabei sportartspezifisch gewichteten Komplett-Check durchlaufen sollte. Ja, dann mal los, worauf warten Sie noch? Denn Sie wissen doch: Selbst ist der Mann hierzulande, da Ärzte in Deutschland nun einmal primär für Krankheitsbehandlung und weniger für Gesundheitserhaltung bezahlt werden.

Alles Gute für Sie
Ihr Dr. Ziegler

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