Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

 

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Gusthelm Schläbitz zum 75.

 

Der Gusthelm, das sind nicht nur sentimental-gefärbte Erinnerungen an gute Laufzeiten, an Begegnungen auf vielen Veranstaltungen und Tagungen, vor allem in den Gründerjahren der IGÄL. Gusthelm, das ist mehr als Erinnerung, das ist ein stets lebendiges Dasein und Dabeisein: Man sieht sich mal, telefoniert, schreibt, diskutiert, so, als ob es gestern gewesen sei, als man sich das letzte Mal gesehen hat. Gestern, das waren die Pionierzeiten der Laufbewegung, eine Zeit, in der man als Läufer noch als etwas ganz Besonderes (oder als ein Verrückter) galt, obwohl wir ahnten, dass man Vorläufer einer Spaßsportbewegung war, die lawinenartig anwachsen würde. Wir wussten auch, dass wir Älteren bald überrundet und überrollt sein würden von einer damals kaum vorstellbaren Laufbegeisterung breiter Massen und Volksschichten. Ohne die Anfänge mit der IGÄL, ohne Arthur Lambert als Vorbild, Ernst van Aaken als Theoretiker und Gusthelm Schläbitz als organisatorisches Talent, der die Logistik im Griff hatte, wäre auch der so genannte Laufboom noch einige Zeit in den Startlöchern geblieben. Was ich an ihm heute noch bewundere und immer noch liebe: Eine nicht nur freundliche, sondern echt herzliche und humorvolle Art des Umgangs, eine souveräne Persönlichkeit mit exzellenten Führungsqualitäten und eine menschliche Ausstrahlung, die Vertrauen einflößte - da konnte man auch mal sein Herz ausschütten. Aufgrund seiner verständnisvollen und mitfühlenden Menschenkenntnis war er und ist er heute noch geschätzt und beliebt. Einer, bei dem sich nicht alles um die eigene Gesundheit drehte, sondern er ist einer, der mit seinem Engagement für den Sport seinem Leben eine sinnvolle Aufgabe gegeben hat trotz dem damit oft verbundenen Stress. Alle mochten und mögen ihn, nicht nur wegen läuferischer Erfolge, sondern, weil er eben "der Schläbitz" ist, ein Marken- und Gütezeichen und auch ein Aushängeschild der Laufbewegung.

In seinem Herzen ist er jung geblieben, sein Verhalten nach wie vor ungekünstelt und von ehrlicher Offenheit. Und sein helles Köpfchen, d.h. sein Sachverstand und seine Managerfähigkeiten sind noch immer gefragt und anerkennend geschätzt. Gusthelm ist sich selbst und seiner Sache treu geblieben. Über ihn muss man keine Anekdoten verbreiten: Ihn zu kennen und erlebt zu haben, sei es im Sport oder außerhalb, war und ist ein menschliches Vergnügen. Gusthelm 75? Da kann man nur sagen: Wie schön, dass es ihn gibt! Irgendwie hat das für mich auch etwas Beruhigendes: Man fühlt sich weniger einsam, nicht nur in der Welt des Laufens, und wenn es einem beschissen ginge, dann wüsste man schon, mit wem man mal darüber reden könnte. Ein Mensch und Sportfreund, an dem ich eine Eigenschaft besonders bewundert hab: Seine Bescheidenheit, und das bei all dem, was er in seinem bisherigen Leben geleistet hat. Das Zeichen für "unendlich", ursprünglich Symbol der IGÄL, das könnte man auch vor das Wort Dankbarkeit setzen, die wir ihm entgegen bringen sollten, sozusagen als Geburtstagsgeschenk!

Gerhard Uhlenbruck

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