Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

 

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Mitgliederportraits

 

 

 

Jacques Serruys im Ruhestand - Eine Ära geht zu Ende

 

Es ist dies der Zeitraum, der in den 60er Jahren begann, der Zeitraum in dem sich der Veteranensport aus regionalen, dann nationalen Anfängen zu einer großen internationalen und weltweiten Bewegung entwickelte.

Jacques Serruys steht in einer Reihe mit Dr. Ernst van Aaken, Josef Moc (Tschechei), dem Japaner Hideo Okada, dem Schweden Olle Wallin und unserem Arthur Lambert, womit nicht alle genannt wurden, die vor mehr als 35 Jahren der Veteranen-, Masters- oder Seniorensportbewegung in die Laufschuhe halfen.

In Deutschland entstand die IGÄL, in den europäischen und Überseeländern entstanden auch Verbände, die speziell die Interessen der Seniorensportler/innen wahrnahmen. In Japan und der Bundesrepublik entstanden diese Interessengemeinschaften außerhalb der nationalen Leichtathletikverbände, während in fast allen anderen Ländern die Seniorensportler ihre Interessen unter dem Dach der nationalen Sportverbände vertraten. Belgier, Deutsche, Japaner, Schweden und Tschechen bildeten dann den Kern der Welt-IGÄL (WIGÄL), zu deren Gründern Jacques Serruys gehörte, und deren Vorstand er von Beginn an angehörte, zunächst als Vizepräsident, dann, nach Arthur Lamberts Tod, als Präsident.

Als die WIGÄL 1988 in Korea mit der Veteranenorganisation (WAVA) des Internationalen Leichtathletikverbandes fusionierte, wurde er deren Vizepräsident und wenig später Präsident des europäischen Seniorensportverbandes (EVAA, heute EMA).

Jacques Serruys war ein glänzender Organisator. Der von ihm ins Leben gerufene Straßenlauf in Brügge hat heute Kultstatus; die von ihm als WIGÄL-Präsident verantworteten Wettkämpfe in Vancouver (Kanada), Netanya (Israel), Kyong-Ju (Südkorea), Perpignan (Frankreich) und Karlovy Vary (Tschechien) werden den Teilnehmern ebenso unvergesslich sein, wie die Seniorenweltbestenkämpfe, an deren Organisation er als Vizepräsident der WIGÄL maßgeblich beteiligt war, wie San Diego (USA) und Palmerston North (Neuseeland), um nur die wichtigsten zu nennen.

Als Auslandsbeauftragter der IGÄL, und später als Vizepräsident der WIGÄL hatte ich Gelegenheit, sein Wirken kennen zu lernen. Seine freundlich-gelassene, unverbindliche Art mit Delegierten und Vorstandskollegen umzugehen, sowie seine Fähigkeit, aufmerksam zuhören zu können, mag von manchem Zeitgenossen als unnötiges Zögern oder gar als mangelndes Durchsetzungsvermögen gedeutet worden sein. Dabei wurde übersehen, dass er ein präziser Analytiker mit einem schier unfehlbaren Gespür für Strömungen und aufkommende Tendenzen in der Seniorenszene war. Das versetzte ihn in die Lage, kontroverse Debatten zu steuern, hochgehende Wogen zu glätten, Kompromissbereitschaft bei den jeweiligen Kontrahenten zu fördern und damit seiner Intention zu folgen: Die Weiterentwicklung des Seniorensports zu steuern. Er hat den Seniorensport nicht nur entscheidend geprägt. Er hat sich um ihn verdient gemacht.

Ich traf Jacques Serruys zuletzt 1991 in Ise (Japan) beim Weltfreundschaftstreffen der Langstreckenläufer, veranstaltet von den Nippon Turtles unter der Präsidentschaft von Professor Kotoh. Uns wurde die Ehre zuteil, mit einem Hammerschlag ein Fass Reiswein zu öffnen. Ich schlug zu heftig: Jacques und ich waren von Reiswein besprüht. Ich hoffe, er hat mir verziehen.

In diesem Jahr hat Jacques Serruys, der seit vielen Jahren IGL-Mitglied ist, die Präsidentschaft des Europäischen Veteranensportverbandes (EVAA, jetzt EMA) aus Altergründen (er ist 77 Jahre alt) niedergelegt. In Dankbarkeit für seine rastlose Tätigkeit wünsche ich ihm noch viele gesunde und zufriedene Jahre im Kreise seiner Familie und seiner engsten Freunde.

Übrigens wählten die EMA-Delegierten den Vizepräsidenten des DLV und IGL-Mitglied Dieter Massin zu seinem Nachfolger. Jacques wünschte ihm für dieses Amt viel Glück und immer gutes Gelingen. Dem möchte ich mich anschließen.

Gusthelm Schläbitz

 

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