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IGL-Mitglied
Maria fragt:
Ich bin 16 Jahre alt und trainiere 400m und 400m-Hürden auf
einer Sportschule. Seit einem Monat habe ich nach schnellen
Tempoläufen und nach 400m beim Wettkampf starke
Unterleibsschmerzen. Wenn ich sie bekomme, kann ich nichts weiter
dagegen tun, als mich auf dem Boden seitlich zu krümmen. In
der
Regel halten sie 15 - 20 Minuten an und dann ist alles wieder so, als
wäre nichts gewesen. Beim Gynäkologen war ich auch
schon.
Hier konnte nichts festgestellt werden. Bei einer Blutabnahme, die
erst vor kurzem stattfand, stellte man Eisenmangel fest. Haben Sie
eine Vermutung, was als Ursache in Frage kommen kann, vielen Dank
vorab?
Sportarzt Dr. med. R. Ziegler aus Heppenheim
antwortet: Zwar haben Sie nicht erwähnt,
seit wann Sie
leistungsorientiert trainieren. Zumindest aber traten die
geschilderten Beschwerden ja offen-sichtlich nicht von Anfang an auf
und sie haben keinen Bezug zu Ihrer Regelblutung. Insofern muss es
sich um ein erworbenes Problem handeln. Gottlob ist
bei Ihnen
gynäkologisch alles in Ordnung. Daher empfehle ich bei Ihnen
folgendes weiteres Vorgehen:
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In
der Tat können die Beschwerden durchaus als
Sauerstoffversorgungsmangelzeichen in Ihrem Verdauungstrakt
interpretiert werden, die sich unter Eisenmangel sukzessive entwickelt
bzw. verstärkt haben. By this way wäre auch die Frage
des Ausmaßes Ihrer Regelblutung (Dauer und
Intensität der Blutung) interessant sowie die
Qualität Ihrer Eiweiß-, Eisen- und Vitaminversorgung
über die tägliche Ernährung. Z.B., ob Sie
Vegetarierin sind. Die genaue Diagnostik des Schweregrades
Ihres Eisenmangels erfolgt dabei am genauesten über
die Bestimmung des Ferritin-Wertes
im Blutserum. Da es sich bei diesem spezifischen
Eiweißkörper um ein sogenanntes Akute-Phase-Protein
handelt, darf der Bestimmung mindestens 2 Tage kein intensives Training
vorausgehen. Der Wert bei einer regelmäßig
trainierenden Sportlerin sollte zumindest über 30
µg/l liegen. Zusätzlich empfehle ich hier
auch noch die Bestimmung von Homocystein, was die
individuelle Versorgungslage bzgl. der Vitamine B6,
B12 & Folsäure genau offenlegt.
Benötigt doch eine bedarfsgerecht ablaufende Blutneubildung
neben Eisen u.a. auch diese Vitamine. Sollte Ihr Ferritinwert unter dem
angegebenen Grenzwert liegen, müssen Sie gezielt Eisen
zuführen, evtl. auch mittels Eisenspritze. Davor muss der
Transferrin-Wert bekannt sein, um keine Eisen-bedingte
Schädigung zu provozieren. Sollte der Homocystein-Wert
über 10 µMol/l liegen, müssen Sie
zusätzlich auch etwas für die B-Vitamine
tun. Hier hat sich das Präparat Medyn forte®
bewährt (täglich 2 x 1 für 3 Monate, dann
neuerliche Ferritin- & Homocystein-Kontrolle).
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Aus
ethischen Gründen verzichten gerade junge Frauen oftmals auf
Fleischkonsum. Zudem schmeckt Ihnen manchmal auch die Fischkost nicht.
Schon gewusst: Regelmäßig trainierende SportlerInnen
sollten auf zumindest 2 Fischportionen pro Woche kommen
(auch Dosenfisch ist okay), am
besten fetten Fisch wie Thunfisch, Makrele, Sardine, Sardelle,
Wildlachs oder Atlantik-Hering bevorzugen. Nur so ist die notwendige
und leistungsstabilisierende Versorgung mit hochwertigem
Eiweiß, mit den lebensnot-wendigen
Omega-3-Fettsäuren sowie den wichtigen
Spurenelementen Jod, Selen, Zink und Eisen zu
gewährleisten. Sollten Sie keinen Fisch essen,
müssen Sie über die Blutbestimmung sich auch Kenntnis
verschaffen bzgl. Ihres Gesamt-Eiweißes (anzustreben
>7.5 g%), Ihres TSH-Wertes (optimal beim
Sportler zwischen 0.2 – 2.0 µUnits/l) sowie Ihrer Selen-Konzentration
(optimal >80 µg/l). Beachte: Bei chronischer
Unterversorgung bzgl. Omega-3-Fettsäuren ist die
für den Sportler unter Belastung so überaus wichtige
Mikrozirkulation aller Organbezirke empfindlich gestört, was
dann bei Ihnen ebenfalls Ursache und Erklärungsansatz
für die geschilderten Beschwerden sein könnte. Ggf.
müssten Sie hier dann im Grammbereich
substituieren.
Ihr
Dr. Ziegler
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